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TuS ringt nach dem Tod von Hans-Dieter Großkurth Kastel nieder

M I TG Kastel | 07-04-2018

 M I -TG Kastel 32:31 (17:15)

Spielbericht von Susan Dobias (WT):

Als Maximilian Schubert das entscheidende Tor für Landesliga-Spitzenreiter TuS Dotzheim zum 32:31 (17:15)-Sieg gegen die Handballer der TG Kastel erzielte, ließ er seinen Gefühlen freien Lauf. „Als ich danach auf der Tribüne Timm Großkurth gesehen habe, wie er aufgesprungen ist, hatte ich wieder Tränen in den Augen“, beschrieb der überragende Spieler des Abends den Moment. Bereits in der Anfangsminute waren bei ihm und seinen Kollegen reichlich Tränen geflossen, als die Partie wegen einer Schweigeminute für ihren kürzlich verstorbenen Sportlichen Leiter Hans-Dieter Großkurth unterbrochen worden war. „Ich habe noch nie so viele Emotionen in einem Spiel erlebt. Wir haben alle geweint. Ich konnte nur auf den Boden schauen“, berichtete Schubert.

Nicht viel anders erging es den 250 Zuschauern – unter ihnen Großkurths Sohn Timm mit seiner Frau – am Ostersamstag in der Halle am Schelmengraben. Sie erlebten ein hoch emotionales Spiel, die Spieler durchliefen ein Wellenbad der Gefühle. Dass die aufgewühlten Dotzheimer Handballer wie in Trance anfangs eine starke Performance hinlegten, verwunderte selbst ihren Coach. „Es ist schwer, da den Schalter umzulegen. Das war überragend“, sagte Hans-Josef Embs. 11:4 nach 16 Minuten, 14:7 vier Minuten später. Kastel leistete sich viele Fehlpässe und vergab klare Chancen.

TuS holt in Schlussphase Sechs-Tore-Rückstand auf

Dann allerdings riss der Spielfaden beim Gastgeber. Grund dafür war die nun von Kastels Coach Kalli Klein angeordnete Manndeckung gegen Schubert. Den Gästen gelangen in der Folge viele einfache Tore durch Ballgewinne, Dotzheim traf fast nichts mehr. Im zweiten Durchgang machte Kastel genau da weiter und erarbeitete sich einen Vorsprung von sechs Toren (28:22/49.). „Es war ein klasse Handballspiel. Letztlich sind wir an zwei Dingen gescheitert. Wir hätten bei dem Spielstand acht Situationen nacheinander anders lösen müssen. Und wir haben Max Schubert nicht in den Griff bekommen“, bilanzierte Klein. Sein Team hätte für den Einsatz mehr verdient gehabt.

Letztlich war es aber Schubert, der mit seiner spielerischen Klasse die Partie noch umbiegen konnte. „Man hat von Anfang an gesehen, dass er der willensstärkste Spieler auf dem Parkett war. Er wollte das Spiel entscheiden“, zollte Klein dem Dotzheimer Rückraumspieler Anerkennung. Embs hatte dafür in die Trickkiste greifen müssen und auf „antiquierten Handball“ umgestellt. „Wir haben so wie früher gespielt. Zwei Mann haben den Block für Max gestellt, er ist dahinter hochgegangen und hat draufgehauen“, sagte Embs. Und der frühere Bundesliga-Spieler nutzte seine Möglichkeiten eiskalt und mit fast hundertprozentiger Trefferquote. „Er hat uns mit einem Sahnetag zurückgebracht. Das war herausragend“, lobte Embs.

Erstmals in der Saison wurde der Aufstiegsfavorit richtig gefordert, musste an seine Grenzen gehen und bestand die Prüfung. „Wer glaubt schon nach sechs Toren Rückstand zehn Minuten vor dem Schluss noch dran, zu gewinnen?“, erklärte Schubert. „Vielleicht war so ein Spiel mal ganz gut für uns.“ Am morgigen Mittwoch steht dem Team beim Trauergottesdienst für Großkurth noch einmal ein schwerer Gang bevor. Doch Embs, den seit Jahren eine enge Freundschaft mit Großkurth verband, blickte mit Tränen in den Augen schon wieder nach vorne. „Die zwei Wochen waren sehr schwer. Sei es im Training, wo er immer donnerstags dabei war. Oder wenn man in Gesichter von Leuten schaut, die ihn gut kannten. Aber das Leben muss weitergehen“, richtete er seine Botschaft an alle.

TuS Dotzheim: Windheim, Müller; K. Schubert, Dembach, Assmann (2), Sterker (7), Wenzel (4), Denard, Müller, Battermann (3), M. Schubert (14/2), During (2).

TG Kastel: Finger, Schiebeler; S. Fischer, Hohmann (2), Holtkötter (6), Panzer (5), Krause (2), Grzeschik (2), T. Fischer (12/4), Büscher (2), Hartmann, Reese, Munck.


Categories: Spielberichte

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