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Teuer bezahlter Sieg

MSG Linden - M I | 22-01-2018

MSG Linden - M I 25:28 (15:14)

Spielbericht von Susan Dobias (WT):

Den Sieg im Spitzenspiel der Handball-Landesliga bei der MSG Linden musste Tabellenführer TuS Dotzheim mehr als teuer bezahlen. Rechtsaußen Felix Kossler zog sich einen Riss der Achillessehne im rechten Fuß zu und fällt mindestens für die Rückrunde aus. Sogar das Karriereende droht.

Hans-Josef Embs konnte es noch lange nach Spielschluss nicht fassen. „Das hat einen ganz faden Beigeschmack und stellt alles in den Schatten. Ich bin vollkommen leer. Womit haben wir das verdient?“, fragte sich der TuS-Coach nach der schweren Verletzung von Kossler. Mit dem Torjäger fällt nach Johannes Schuhmacher (Kreuzbandriss) ein zweiter ganz wichtiger Spieler mindestens bis zum Sommer aus. Die Mission Aufstieg könnte so noch in Gefahr geraten. Der 28:25 (14:15)-Erfolg in Linden, der dem Team vom Schelmengraben einen Vorsprung von vier Punkten in der Tabelle beschert, war Embs dann auch relativ egal. „Man muss sich nur mal ansehen, wieviele Tore Felix schon erzielt hat. Vier Punkte wären ein Standing, wenn er dabei wäre. Es wird personell momentan eng für uns“, sagte Embs.

Kossler selbst war am Boden zerstört: „Das ist beschissen, keine Ahnung. Was soll ich schon dazu sagen?“ Ohne Fremdeinwirkung war die Sehne bei einem Tempogegenstoß in der 20. Minute gerissen. Bei der Landung spürte der 31-Jährige einen atemberaubender Schmerz. „Das war ein Gefühl, als schneidet mir einer die Achillessehne durch“, berichtete Kossler. Noch am späten Abend wurde in der Gießener Uniklinik die erste Diagnose des Physiotherapeuten per Ultraschall bestätigt. Mit einem Spezialschuh trat Kossler die Rückreise nach Wiesbaden an. In den kommenden Tagen soll ein MRT genaue Ergebnisse liefern, ob die Sehne an- oder komplett gerissen ist. Davon wird auch abhängen, wie lange Kossler ausfallen wird.

Für ihn ist es die zweite schwere Verletzung seit einer Schulterblessur vor sechs Jahren. Erste düstere Szenarien kreisten bereits in seinen Gedanken. „Ich denke jetzt natürlich schon darüber nach, wie und ob es überhaupt weitergeht. Ich bin nicht mehr der Jüngste. Mit 20 steckt man so was anders weg“, sagte Kossler. Sogar von einem möglichen Karriereende sprach er im ersten Moment der Enttäuschung und Resignation. Aber da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Wichtig sei erst einmal, dass er gesund werde. Gerade auch im Hinblick auf seinen Beruf, wo er als Autoverkäufer mobil sein muss. Während Kossler allein mit seinem Vater zurückfuhr, grübelten die restlichen Spieler auf der Rückfahrt. Freude ob des Sieges wollte nicht aufkommen. Dotzheim war gut in die Partie gestartet, hatte sich bis zur Kossler-Verletzung einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet. „Dann ist die Mannschaft in eine Schockstarre gefallen“, berichtete Embs. Die Gastgeber nutzten dies und lagen ihrerseits bis zehn Minuten vor dem Ende mit drei Toren in Führung (24:21). Dank einer Energieleistung und purem Willen, einer Umstellung in der Abwehr und unterstützt vom sich steigernden Torwart Benedikt Müller, konnte der Tabellenführer das Spiel noch zu seinen Gunsten entscheiden.

TuS Dotzheim: Müller, Toru; Seeger (4/2), Assmann (3), Sterker (3), Wenzel (5), Denard, Kossler (4), Jamin, Battermann, Schubert (7), During, Ben-Hazaz (2).

 


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